EINFÜHRUNG
Beim Wandern steht man mit beiden Füßen auf der Erde, man hat «Bodenhaftung» und ist geerdet. Fußwege und Saumpfade erzählen uns von Jahrhunderten langsamen Fortbewegens. In einer Epoche des «chronischen Zeitmangels» erlauben ein einfacher Spaziergang oder eine anspruchsvolle Wanderung, jene Zeit zurückzugewinnen, die uns im Alltag unter den Händen zu zerrinnen scheint. Hier finden wir sie wieder – Schritt für Schritt, unter unseren Füßen.
Das Charakteristische der Costa degli Etruschi ist das Nebeneinander von ungebändigter Wildnis in der mediterranen Macchia und Kulturräumen, die in der Geometrie und Harmonie jahrhundertealter Olivenhaine und bedeutender Weinberge ihren Ausdruck finden. Die Costa degli Etruschi straft den negativen Mythos Lügen, wonach eine Urbanisierung der Landschaft immer auf Kosten der Natur gehen. Ein Besuch im archäologischen Bergwerkspark von San Silvestro, der Zeugnisse lokalen Bergbaus von den Etruskern über das Mittelalter bis zur Neuzeit miteinander verbindet, macht deutlich, dass die Industrialisierung auch ein Schlüssel sein kann zum Verständnis eines an Kulturgütern wie Naturschönheiten überaus reichen Gebiets: Man braucht es nur zu durchwandern und zu entdecken.
Deshalb ist ein Ausflug auf den Wanderwegen an der Costa degli Etruschi immer auch eine Wanderung auf Fußwegen, die über Jahrhunderte von Holzfällern, Bergleuten, Müllern, Wilderern, Dichtern und Hirten bevölkert waren. Neben gutem Schuhwerk und einer Landkarte empfiehlt es sich, mit offenen Augen und frischem Geist zu wandern, um die Größe und Weite dieser Landschaft ganz in sich aufzunehmen. Am tiefblauen Tyrrhenischen Meer oder in den sattgrünen Hügeln – immer ist es Mittelmeerluft, die man einatmet. Ob der Libeccio (Südwestwind), der Grecale (Nordostwind) oder der Schirokko (warmer Wind aus Afrika) bläst, ob im Morgengrauen oder bei Sonnenuntergang, ob im flirrenden Licht des Hochsommers oder in der fahlen Wintersonne, das Wesen dieser Landschaft enthüllt dem Wanderer Orte, die «schrittweise» entdeckt werden wollen. Und insbesondere Orte, die uns dabei helfen können, «unsere» Zeit zurückzugewinnen, in gleichmäßiger Bewegung und harmonischem Gleichgewicht zwischen Himmel und Meer.
Wanderwege:
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